Richtig lecker, wirklich.

Samstag Abend: Couch oder geht man eine Kleinigkeit Essen? Die Woche war lang und arbeitsreich, man darf sich ein Essen erlauben. Ich folge auf twitter @padrone_mimmo und freue mich, dass er oft über gesundes Essen und interessante Küche schreibt und gewöhnlichen Menschen wie mir gute Tips dazu gibt.

Leckeres Essen ist ja ohnehin so eine Sache, ich bin es fürchterlich leid, dass ich bei jedem Nahrungsmittel im Supermarkt eigentlich denken muss: jetzt esse ich gleich einen Haufen Industriemist. Bei jedem Nahrungsmittel denke ich das, ohne Ausnahme, und bilde mir ein zu spüren, wie ich innerlich davon verklebe. Und doch kann ich dem in meinem Alltag nicht entfliehen. Scheiss auf die Nahrungsmittelindustrie, gründlich.

Zurück zu leckerem Essen also. Oben bezeichneter Vorstreiter für gutes Essen betreibt in der näheren Umgebung zwei Restaurants, eines davon kann ich mir schwerlich leisten, also am Samstag lieber mal in die Alte Schmiede in Bauschheim. Wir waren mit zwei Freunden da und haben bei den Vorspeisen einfach ein wenig den Tisch vollgestellt, Bruschette, Vitello Tonnato und Sarde in Saor haben schon alle sehr rund geschmeckt, besser kam's aber noch bei den Hauptgerichten.

Ich esse gerne Fleisch und war daher nah an "Valdostana - Schweinerücken mit Schinken und Käse in Weisswein, Pommes und Salat" dran (die Pommes hätte ich umbestellt, klar ;-)), allerdings waren dann "Penne Rigate Melanzane - Nudeln mit Auberginen, Tomaten und Petersilie" auf der Tageskarte und so landete ich Raubtier bei einem rein vegetarischen Gericht - oh.
Die Damen entschieden sich für "Linguine mit schwarzen Oliven, Kapern und Sardellen" und alle drei Nudelgerichte waren ungewöhnlich lecker! Und dann war ja auch noch ein richtiger, handfesterer Esser am Tisch, für den gab es Pizza Diavolo und auch die, haben wir uns eingebildet, war schmackhafter als viele andere Pizzen zuvor.

Der kulinarisch alltagsfrustrierte Gast will ja nicht das essen, was jeder Italiener hat - sozusagen den Überall-Pizza-Pasta-Matsch. Eigentlich will er ja mehr das essen, was es gibt, wenn er sich die Mühe macht 20km vom Gardasee wegzufahren, den einen oder anderen Landgasthof in der Toscana zu finden oder was man in Sizilien bekommt, wenn man mit den Einheimischen in einem abgelegeneren Tal essen geht[1] - das möchte man gerne und das gibt es in der alten Schmiede. Besten Dank, war sehr lecker.
Gekocht hat an diesem Abend, glaube ich, Mitbetreiber Thomas Milek, aber nachgefragt haben wir nicht.

Für unser Baby war zum Glück auf der Eckbank auch noch ein Platz, das war besonders nett und im Gegenzug hat sie den ganzen Abend gespannt und aufmerksam dem Restauranttreiben zugeschaut und nur ein Mal kurz gequietscht.

Und übrigens: von dem offenen Montepulciano hätten wir gerne ein Fass mitgenommen :-).

Also klare 'hingehen' Empfehlung für die "Alte Schmiede".

 


[1]: und da sind nicht blaue Bohnen gemeint :-)